In den letzten Wochen wirbt CDU-Spitzenkandidat Manuel Hagel im Wahlkampf mit der Idee einer neuen, „volldigitalen“ KI-Universität. Mal steht Heilbronn im Mittelpunkt, mal werden auch Pforzheim Hoffnungen gemacht. Für mich zeigt diese wechselnde Standort-Rhetorik vor allem eines: Es fehlt an belastbaren Konzepten und an Verlässlichkeit in der Hochschulpolitik.

Wenn bei Wahlkampfauftritten ständig neue mögliche Standorte genannt werden, entsteht kein Vertrauen – weder bei Studierenden noch bei Hochschulen. Umso irritierender ist es, dass Oberbürgermeister Peter Boch diese Ankündigungen öffentlich bewirbt, ohne die offensichtlichen Widersprüche oder die realen Herausforderungen unserer bestehenden Hochschulen zu benennen.

Die Hochschule Pforzheim steht – wie viele andere Hochschulen auch – vor der Aufgabe, ihre Studiengänge sichtbarer zu machen und Studierende national wie international zu gewinnen. Falsche Versprechungen helfen dabei niemandem. Wer den Wissenschaftsstandort Pforzheim wirklich stärken will, sollte zuerst die vorhandenen Strukturen unterstützen.

Auch Wissenschaftsministerin Petra Olschowski hat deutlich gemacht, dass eine neue KI-Universität zu langsam und zu unflexibel wäre. Gerade im Bereich Künstliche Intelligenz brauchen wir schnelle Fortschritte durch Vernetzung und Kooperation bestehender Hochschulen.

KI ist kein Nischenthema, sondern ein Querschnittsthema, das Technik, Wirtschaft, Recht und Gesellschaft verbindet. Diese Breite können bestehende Hochschulen leisten – auch die Hochschule Pforzheim.

Eine starke Wissenschaftslandschaft entsteht nicht durch Wahlkampfankündigungen, sondern durch Verlässlichkeit, Investitionen und echte Unterstützung.